Feel Good Management ist im Kontext von „New Work“ in aller Munde, wird aber leider häufig verspottet als „Gute Laune Veranstaltung“ – mit dem Feel Good Manager als Pausenclown. Dabei ist das Thema durchaus nachhaltiger zu betrachten, denn alle wissen und bekommen es teilweise unsanft zu spüren: Die Zeiten haben sich geändert und befinden sich fortlaufend im Wandel.

Die Mehrheit der Arbeitnehmer ist nicht mehr bereit, sich für ein Unternehmen aufzureiben, welches ihnen nicht dabei hilft, die Arbeit gut zu erledigen und sich dabei selbst gut zu fühlen. Um demographischen Wandel, Fachkräftemangel etc. zu kompensieren, müssen die Unternehmen umdenken, um im Wettbewerb mit dem nächsten Arbeitgeber attraktiv zu bleiben und den Mitarbeiter langfristig an sich zu binden. Denn zufriedene und langjährige Mitarbeiter sind das Potential jedes Unternehmens und essentiell für den Erfolg.

In Zeiten des Fachkräftemangels macht die Unternehmenskultur den Unterschied
Genau hier kommt der Feel Good Manager ins Spiel: Er hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Arbeiten in allen Bereichen nachhaltig verbessert, eine konstruktive Zusammenarbeit gefördert und eine gute Atmosphäre geschaffen wird. Er agiert in vielfältiger Form als Beauftragter der Unternehmenskultur, Vertrauensperson, Moderator, Vermittler und nimmt die Bedürfnisse und Belange der Mitarbeiter wahr und unterstützt mit Maßnahmen, die so individuell sein können wie jedes Unternehmen und jeder Mitarbeiter selbst. Das fängt bei der Ausübung der Work-Life-Balance und der Schaffung eines angenehmen Arbeitsplatzes an und geht über Teambuilding und Gesundheitsmanagement bis zum Coaching und dem persönlichen Gespräch. Diese Maßnahmen und individuellen Konzepte fruchten aber nur dann, wenn sie auf das Unternehmen und die Mitarbeiter angepasst und langfristig gedacht werden. Einzelmaßnahmen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein und zum „Feuerwehr spielen“ bucht man kurzfristig einen Eventmanager oder bestellt einen Trainer zum Workshop ein. Wenn das Kind aber schon im Brunnen liegt und nicht mal noch einen Mucks macht, hilft das meist wenig.

Kulturwandel geht nie auf Knopfdruck
Die Verantwortlichen in der Chefetage müssen bereit sein, weitergehende, strukturelle Veränderungen vorzunehmen, damit „Feel Good“ als Unternehmenskultur auch gelebt wird. Entscheidend ist dabei, wirklich etwas ändern zu wollen, authentisch zu bleiben und die Menschen in den Prozess miteinzubinden, um die es geht: die eigenen Mitarbeiter. Neue Strukturen und Rahmenbedingungen können nur dann erfolgreich sein, wenn sie von innen heraus entwickelt werden und nicht von außen nach Schema F übergestülpt werden. Der FGM hat ein offenes Ohr für alle Menschen im Unternehmen, darf jeden ansprechen und befindet sich außerhalb einer Hierarchie. Diese Regelung ist die Grundlage einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen der Unternehmensführung, den Führungskräften und den Mitarbeitern. Denn nur über das ehrliche Aussprechen sowie das aufrichtige Zuhören und Analysieren der IST-Zustände, können Missstände aufgedeckt und Verbesserungen erreicht werden. Der Fokus liegt immer darauf, eine Lösung für die Zukunft zu finden.  Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt. Das ist echte Wertschätzung und wird sich nach hinten hinaus bezahlt machen.

Ach so, da war noch was: der Kostenfaktor
Wer einen Feel Good Manager und die damit verbundenen Maßnahmen als reinen monetären Aufwand sieht, verpasst die Chance, langfristig besser da zu stehen. Betrachtet man es nämlich betriebswirtschaftlich, so macht sich ein FGM schnell bezahlt, wenn Krankheitstage und Fluktuation weniger werden und Rekruitingkosten eingespart werden können. Neben der Stärkung der Arbeitgebermarke und einer nach innen und außen gelebten Unternehmenskultur mit zufriedenen Mitarbeitern, müsste jedem aufrichtigen Chef die Augen leuchten.

Was sind die Kompetenzen eines FGM?
Schauen Sie sich also nach einer Persönlichkeit in Ihrem Unternehmen um, die Themen und Projekte, die den Mitarbeitern wichtig sind, nach vorne treibt und vielleicht damit seinen Traumjob verwirklicht. Neben einer dementsprechenden Ausbildung sollte sie oder er folgende persönliche Grundvoraussetzungen mitbringen: Empathie, Kommunikationsgeschick und Kontaktfreudigkeit vor allem im Konfliktmanagement. Organisationstalent und Servicementalität gehören dazu, genau wie viel Ausdauer und Geduld.

Oder lassen Sie sich beraten und unterstützen. Der Blick von außen hilft oft, andere Perspektiven einzunehmen und neue Ideen anzunehmen.

In einem der nächsten Blogbeiträge werden wir noch mal im Detail auf die Aufgaben und die Vorgehensweise des Feel Good Managers eingehen.

Lassen Sie es sich und Ihren Kollegen bis dahin gut gehen ;-)